Hebehilfe für Mountaincarts: Wie ein Manipulator die Beladung am Sessellift erleichtert
- Zeilhofer HHT
- vor 4 Stunden
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Wenn ein Handgriff mehrere hundert Mal am Tag wiederholt wird, wird aus einer kleinen Bewegung schnell eine erhebliche körperliche Belastung. Genau vor dieser Aufgabe standen die Alpenbahnen Spitzingsee bei der täglichen Beladung ihrer Mountaincarts an der Stümpflingbahn. An einem normalen Betriebstag müssen die Mitarbeitenden bis zu 400 Mal ein Cart aufnehmen und an den Sessellift hängen, an Spitzentagen sogar bis zu 600 Mal. Jedes Cart wiegt je nach Größe zwischen 20 und 30 Kilogramm.
Wie viel Gewicht beim manuellen Heben grundsätzlich zumutbar ist, regelt in Deutschland die Lastenhandhabungsverordnung, mehr dazu im Beitrag Wie viel kg darf man heben? Grenzwerte und Leitmerkmalmethode. Einen Überblick über alle Arten von Hebehilfen bietet unser Ratgeber: Industrielle Hebehilfen. Für den Sommerbetrieb an der Bergstation reichte die bisherige Eigenbaulösung jedenfalls nicht mehr aus.
Eine Aufgabe, die viele Bergbahnen kennen
Mountaincarts sind für Gäste ein Sommererlebnis auf zwei Rädern. Für die Mitarbeitenden dahinter bedeutet der Betrieb aber vor allem eines: die Carts müssen ständig bereitgestellt, zur Liftstation bewegt und am Sessel eingehängt werden, damit sie wieder bergauf transportiert werden können.
Bei den Alpenbahnen Spitzingsee wurde diese Aufgabe mit einer Eigenbaulösung bereits einmal erleichtert, sie halbierte das gefühlte Gewicht der Carts. Bei bis zu 600 Handhabungsvorgängen an einem Spitzentag reichte das aber nicht mehr aus, um die Mitarbeitenden dauerhaft zu entlasten.
Vom ersten Aufmaß zur passgenauen Hebehilfe
Eine Hebehilfe für Mountaincarts kann nicht von der Stange kommen. Jede Bergstation hat ihre eigene Geometrie und jede Beladezone am Sessellift ihren eigenen Bauraum.
Bei den Alpenbahnen Spitzingsee liegt die Beladezone unter der Liftstation in einem klar begrenzten Korridor von rund drei Metern Höhe und drei Metern Breite. Innerhalb dieses Bauraums musste die komplette Bewegung, vom Aufnehmen des am Boden stehenden Carts bis zum Einführen in die Aufnahme am Sessel, sicher ablaufen und dabei den bestehenden Ablauf der Beladung nicht stören.
Gemeinsam mit dem Betriebsleiter-Team vor Ort wurden deshalb die tatsächlichen Abstände direkt an der Anlage vermessen: die Hakenposition am Cart, die nötige Hubhöhe bis zur Übergabe an den Sessel und der verfügbare Spielraum in der Beladezone. Erst auf dieser Grundlage entstand die passgenaue Aufnahmevorrichtung samt Haken, die exakt in den bestehenden Arbeitsablauf der Bergstation passt.
Einfach einhängen, der Manipulator übernimmt den Rest
Der Ablauf für die Mitarbeitenden ist bewusst einfach gehalten. Das am Boden stehende Cart wird in die Aufnahmevorrichtung eingehakt. Ab diesem Moment übernimmt der Manipulator das komplette Gewicht und hebt das Cart schwebend auf die Höhe der Übergabeposition am Sessel.
Der Bediener führt die Bewegung nur noch, er trägt sie nicht mehr. Das Cart wird sauber ausgerichtet und an den Sessel übergeben, anschließend fährt der Manipulator zurück in die Ausgangsposition für den nächsten Vorgang.
Aus einem kräftezehrenden Hebevorgang wird so ein kontrollierter, wiederholbarer Bewegungsablauf, der sich auch bei mehreren hundert Wiederholungen am Tag zuverlässig durchführen lässt.
Weniger Kraftaufwand, mehr Sicherheit: die Vorteile im Überblick
deutlich geringerer körperlicher Kraftaufwand beim Einhängen
geringeres Risiko für Überlastungsschäden bei hoher Wiederholzahl
gleichbleibend sichere und präzise Positionierung am Sessel
kürzere Taktzeiten pro Cart, gerade an Spitzentagen
einfache, intuitive Bedienung ohne lange Einarbeitung
planbarer, ergonomischer Arbeitsalltag für die Mitarbeitenden
Eine Aufgabe, die weit über Spitzingsee hinausgeht
Mountaincarts sind längst kein Nischenprodukt mehr. Nach Herstellerangaben betreiben weltweit über 150 Stationen eigene Mountaincart-Flotten, von den Alpen über Skandinavien bis nach Japan. Überall dort wiederholt sich im Kern dieselbe Aufgabe: Carts müssen bereitgestellt, transportiert und an Sessellift oder Förderband übergeben werden, oft mehrere hundert Mal am Tag.
Was bei den Alpenbahnen Spitzingsee als individuelle Lösung für die Stümpflingbahn entstanden ist, lässt sich auf diese Aufgabe grundsätzlich übertragen: auf andere Bergstationen, andere Cart-Modelle und andere Beladesituationen. Entscheidend ist dabei, wie bei jedem unserer Projekte, dass Manipulator und Aufnahmevorrichtung exakt auf die jeweilige Anlage abgestimmt werden.
Handhabungstechnik, die zum Arbeitsalltag passt
Eine gute Handhabungslösung zeichnet sich nicht dadurch aus, möglichst viel Technik einzusetzen. Entscheidend ist, dass sie die Mitarbeitenden bei ihrer täglichen Arbeit spürbar unterstützt.
Bei Zeilhofer Handhabungstechnik entwickeln wir Manipulatoren und Aufnahmevorrichtungen für sehr unterschiedliche Branchen: von der Automobilindustrie über die Lebensmittelproduktion bis hin, wie in diesem Projekt, zur Seilbahn- und Freizeitbranche. Im Mittelpunkt steht dabei nie ein Standardprodukt, sondern die konkrete Aufgabe im jeweiligen Arbeitsprozess. Wie unser Seil-Manipulator Lasten schwebend und pendelfrei bewegt, zeigt sich auch in diesem Projekt: die Aufnahme wurde für das Einhängen der Mountaincarts individuell konstruiert.
Denn moderne Handhabungstechnik bewegt nicht nur Lasten. Sie nimmt den Menschen dahinter einen Teil der täglichen Belastung ab.

Häufige Fragen zur Hebehilfe für Mountaincarts
Wie funktioniert eine Hebehilfe beim Einhängen von Mountaincarts an den Sessellift?
Der Mitarbeitende hakt das Mountaincart in die Aufnahmevorrichtung ein, der Manipulator übernimmt das Gewicht und führt das Cart schwebend an die Übergabeposition am Sessel. Der Bediener steuert nur noch die Bewegung, nicht mehr das Gewicht.
Wie viel wiegen Mountaincarts und wie oft müssen sie täglich gehoben werden?
Je nach Größe wiegen Mountaincarts zwischen 20 und 30 Kilogramm. Bei den Alpenbahnen Spitzingsee fallen an einem normalen Betriebstag bis zu 400 Handhabungsvorgänge an, an Spitzentagen bis zu 600.
Welche Rolle spielt der verfügbare Bauraum an der Liftstation?
Die Beladezone unter der Liftstation ist häufig eng begrenzt. Bei den Alpenbahnen Spitzingsee stand dafür ein Korridor von rund drei Metern Höhe und drei Metern Breite zur Verfügung, in dem die komplette Bewegung vom Aufnehmen bis zur Übergabe am Sessel ablaufen musste.
Lässt sich eine Hebehilfe für Mountaincarts auch für andere Seilbahn- oder Freizeitbetriebe anpassen?
Ja. Da jede Bergstation, jede Beladezone und jeder Cart-Typ etwas anders aufgebaut ist, wird die Aufnahmevorrichtung individuell konstruiert. Weltweit betreiben aktuell über 150 Stationen Mountaincart-Flotten, das Funktionsprinzip lässt sich auf viele davon übertragen.
Was unterscheidet die neue Hebehilfe von der bisherigen Eigenbaulösung der Alpenbahnen Spitzingsee?
Die bisherige Eigenbaulösung reduzierte das gefühlte Gewicht der Carts um etwa die Hälfte, reichte bei bis zu 600 Handhabungsvorgängen an Spitzentagen aber nicht mehr aus. Die neue Hebehilfe übernimmt das Gewicht des Carts vollständig, sodass die Mitarbeitenden nur noch die Bewegung steuern und nicht mehr selbst tragen.
Wer entwickelt und baut die Hebehilfe für Mountaincarts?
Die Hebehilfe wird von Zeilhofer Handhabungstechnik in Holzkirchen individuell konstruiert und gefertigt, von der ersten Vermessung vor Ort bis zur betriebsfertigen Anlage.
Muss eine Hebehilfe für Mountaincarts regelmäßig geprüft werden?
Ja. Wie jede Hebehilfe unterliegt auch eine Anlage für Mountaincarts der jährlichen Unfallverhütungsprüfung nach DGUV Vorschrift 54. Mehr dazu im Ratgeber: UVV-Prüfung für Hebehilfen.
Ihre Mountaincart- oder Sesselbahn-Beladung ergonomischer gestalten?
Betreiben Sie eine Bergbahn oder einen Freizeitpark mit Mountaincarts oder ähnlichen Fahrzeugen, die täglich von Hand an einen Lift oder Transportpunkt gehängt werden? Unsere Konstrukteure entwickeln dafür eine individuell passende Hebehilfe, vom ersten Aufmaß vor Ort bis zur fertigen Anlage. Made in Germany, aus einer Hand.
Mehr Hintergrundwissen zu ergonomischer Handhabungstechnik bietet unser Ratgeber.



