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SYSTEM UND AUSWAHL
WAS IST EINE HUBACHSE?

Definition, Aufbau und Einsatzgebiete vertikaler Linearachsen in der industriellen Handhabung. Mit Lastbereichen und Auswahlkriterien.

Eine Hubachse ist eine vertikale Linearachse, die Lasten gerade nach oben und unten bewegt. Sie ist die zentrale Baugruppe jeder Hebehilfe und übernimmt die eigentliche Hubarbeit, während sie die Last entlang einer fest definierten Achse führt.

In der industriellen Handhabungstechnik bilden Hubachsen die Grundlage für Manipulatoren, Hebelifte und Sonderkonstruktionen. Sie übersetzen die Antriebsenergie in eine gerade Hubbewegung und sorgen dafür, dass Lasten zwischen einigen Kilogramm und über einer Tonne präzise, sicher und ohne seitliches Spiel bewegt werden.

Im technischen Sprachgebrauch wird die Hubachse häufig synonym verwendet mit Hubsäule, pneumatische Hubachse, elektrische Hubachse, Linearhubachse oder vertikale Linearachse. Im englischsprachigen Raum verbreitet als lifting axis, lifting column, vertical lift axis oder linear lift axis.

KAPITEL 02 / AUFBAU
FUNKTION UND AUFBAU EINER HUBACHSE

Eine Hubachse besteht aus drei Hauptbaugruppen: dem Profil als Tragstruktur, dem Hubantrieb mit Wagen oder Schlitten, und dem Lastaufnehmer am Wagenende. Das Aluminium- oder Stahlprofil führt den Wagen entlang einer fest definierten Z-Achse, der Antrieb erzeugt die Hubbewegung, der Lastaufnehmer überträgt die Last auf das Bauteil.

Die zentrale Eigenschaft jeder Hubachse ist die starre Lastführung ohne Pendelbewegung. Im Gegensatz zu Kran oder Seilzug bewegt sich die Last entlang einer mechanisch geführten Bahn – ohne seitliches Schwingen, ohne Rotation, ohne Kippen. Das ermöglicht zentimetergenaues Positionieren auch bei höchsten Lasten.

Je nach Antriebskonzept unterscheidet man zwischen pneumatischer, elektropneumatischer und vollelektrischer Hubachse. Pneumatik ist wartungsarm und ideal für Standardanwendungen. Elektropneumatische und vollelektrische Hubachsen bieten höhere Präzision und programmierbare Bewegungsabläufe für Automation und Reinraum.

 

Aufbau einer Hubachse mit Profilkörper, Hubelement und Antrieb.

01 Profilkörper

Der Profilkörper ist das tragende Element. Bei Zeilhofer-Hubachsen kommt ein Aluminium-Strangpressprofil zum Einsatz, das hohe Steifigkeit bei geringem Eigengewicht bietet. Innen führt das Profil das Hubelement, außen nimmt es Anbauteile wie Lastaufnehmer, Greifer oder Bedienelemente auf.

02 Hubsystem

Im Inneren bewegt sich das Hubelement vertikal entlang der Z-Achse. Je nach Bauart ist das ein pneumatischer Zylinder, ein elektromechanischer Servoantrieb oder eine Spindel. Das Hubelement ist über spezielle Führungsschienen gegen Verkanten gesichert und ermöglicht eine spielfreie, pendelfreie Lastführung.

03 Steuerung & Sicherheit

Endlagen, Notabschaltung, Lasthaltung bei Druckabfall und elektronische Begrenzung der Hubgeschwindigkeit sind Standard. Sicherheitsventile verhindern bei pneumatischen Achsen das ungewollte Absinken der Last.

KAPITEL 03 / ANWENDUNG
ANWENDUNG UND LASTBEREICHE

Hubachsen sind die leistungsstärksten Hebehilfen für taktgebundene Montageprozesse und automatisierte Linien. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo schwere Lasten präzise vertikal bewegt werden müssen – ohne dass eine Schwenkbewegung wie beim Gelenkarm-Manipulator nötig ist. Die Auslegung erfolgt nach Last, Hubweg und Frequenz.

01 Leichte Hubachsen

Leichte Hubachsen Lastbereich: 50-200 kg

Montagearbeitsplätze, Maschinenbestückung, Kleinteile-Handling und Werkzeugaufnahme. Häufig in Kombination mit Schnellwechsel-Greifern für hochfrequente Tätigkeiten in der Serienfertigung.

02 Mittlere Hubachsen

​Mittlere Hubachsen Lastbereich: 200–600 kg

Karosseriebau, Reifenmontage, Batteriemodul-Handling, Glasscheiben und Halbleiterträger. Der Standardbereich für die meisten industriellen Hubaufgaben mit Bedarf an präziser Lastführung.

03 Schwere Hubachsen

Schwere Hubachsen Lastbereich: bis 1.200 kg

Motoren, Zylinderköpfe, Aggregate und schwere Bauteile in der Endmontage. Die Hubachse ZH90 mit Doppelhub erreicht hier die volle Tragfähigkeit von 1.200 kg bei zentimetergenauer Positionierung.

Mehr zur leistungsstärksten Lösung im ZHHT-Programm: Hubachse ZH90

KAPITEL 04 / VARIANTEN
HUBACHSEN IM DETAIL

Hubachsen werden je nach Anwendung mit drei Antriebskonzepten ausgelegt: pneumatisch, elektropneumatisch oder vollelektrisch. Die Wahl richtet sich nach Tragfähigkeit, Präzisionsanforderung, vorhandener Infrastruktur und Arbeitsumgebung.

01 Pneumatisch

Pneumatische Hubachse

Wartungsarm, zuverlässig und mit hoher Wiederholgenauigkeit. Standardlösung für taktgebundene Produktion. Ideal bei vorhandener Druckluftversorgung. Die leistungsstärkste Variante im ZHHT-Programm ist die Hubachse ZH90 mit Doppelhub bis 1.200 kg.

Traglast: bis 800 kg

Hub: bis 2.500 mm 

02 Elektropneumatisch

Elektropneumatische Hubachse

Druckluft als Hubmedium, elektronische Steuerung. Programmierbare Bewegungsprofile, definierte Endpositionen und Schnittstellen für SPS-Anbindung. Ideal für teilautomatisierte Linien und Anwendungen mit reproduzierbaren Taktzeiten.

Traglast: bis 1.200 kg

Hub: bis 2.500 mm

03 Vollelektrisch

Vollelektrische Hubachse

Ohne Druckluft, mit höchster Präzision und Energieeffizienz. Ideal für Reinraum, Lebensmittel und Pharma, wo Druckluft vermieden werden soll. Vollelektronische Steuerung mit feinster Wiederholgenauigkeit unter ± 0,2 mm.

Traglast: bis 1.200 kg

Hub: bis 2.000 mm

Detaillierter Vergleich der drei Antriebskonzepte: Pneumatisch oder elektrisch heben

KAPITEL 05 / TECHNIK 
TECHNISCHE DATEN IM ÜBERBLICK

Die folgenden Werte sind typische Auslegungen. Zeilhofer HHT konstruiert jede Hubachse individuell auf die Anwendung. Sonderausführungen für höhere Lasten, besondere Hublängen oder spezielle Umgebungen (Reinraum, ATEX) sind auf Anfrage möglich.

Vergleich:

Pneumatisch

Max. Traglast: bis 800 kg

Hub: bis 2,5 m

Wiederholgenauigkeit: ± 1 mm

Druckluftbedarf: ja

Bedienkraft: wenige Newton

Reinraumtauglich: nein

Programmierbarkeit: nein

Elektropneumatisch

Max. Traglast: bis 1.200 kg

Hub: bis 2,5 m

Wiederholgenauigkeit: ± 0,5 mm

Druckluftbedarf: ja

Bedienkraft: wenige Newton

Reinraumtauglich: bedingt

Programmierbarkeit: ja

Vollelektrisch

Max. Traglast: bis 1.200 kg

Hub: bis 2,5 m

Wiederholgenauigkeit: ± 0,2 mm

Druckluftbedarf: nein

Bedienkraft: wenige Newton

Reinraumtauglich: ja

Programmierbarkeit: ja

KAPITEL 06 / BRANCHEN
BRANCHEN UND EINSATZGEBIETE

Hubachsen kommen in nahezu allen industriellen Branchen zum Einsatz, in denen schwere Lasten präzise vertikal bewegt werden müssen. Zeilhofer HHT beliefert OEMs und Tier-1-Zulieferer in 18 Branchen und über 50 Ländern – mit kundenspezifischen Auslegungen vom Lastaufnehmer bis zur Steuerung.

Automotive

Türen, Sitze, Cockpits, Stoßfänger, Karosseriebauteile

Glas- und Fensterindustrie

Glasscheiben, Solarpaneele, Spiegelpaneele

Reinraum / Pharma / Lebensmittel

Empfindliche Bauteile, Behälter, Containments

E-Mobility

Hochvoltbatterien, Batteriemodule, Akkutröge

Logistik

Paletten, Großverpackungen, Maschinenbestückung

Chemie und Halbleiter

Fässer, Gebinde, Wafer-Carrier, Halbleiterträger

Maschinenbau

Motoren, Zylinderköpfe, Aggregate, Spannvorrichtungen

Sondermaschinenbau

Werkzeuge, Vorrichtungen, Prüfstände, Roboterzellen

Branche nicht dabei? Auch Sondereinsätze in Gießerei, Holz- und Möbelindustrie, Abfallwirtschaft oder Textilindustrie sind möglich. → Beratung anfragen

KAPITEL 08 / PROJEKTABLAUF
VOM KONZEPT ZUR LIEFERUNG

Jedes Hubachsen-Projekt mit Zeilhofer HHT folgt einem strukturierten Ablauf – von der ersten technischen Beratung bis zur Inbetriebnahme vor Ort. Konstruktion und Fertigung erfolgen zentral in Holzkirchen, Montage und Inbetriebnahme weltweit beim Kunden.

01 Beratung 

Technische Erstberatung

Analyse von Last, Hubweg, Anschlüssen und Arbeitsumgebung. Prüfung der Sicherheits- und Zertifizierungsanforderungen. Kostenfrei und unverbindlich.

03 Fertigung

Konstruktion und Fertigung

Engineering und Fertigung in Holzkirchen, Deutschland. Eigene Konstrukteure und Techniker. ISO 9001 und TISAX Level 2 zertifiziert. Made in Germany.

02 Konzept

Individuelles Konzept

Konstruktionskonzept inklusive Aufstellplan, Profilauslegung, Steuerung und Lastaufnehmer. Verbindliches Angebot mit Liefertermin und Inbetriebnahme-Bedingungen.

04 Inbetriebnahme

Montage und Inbetriebnahme weltweit

Montage vor Ort, Schulung der Bediener und Inbetriebnahme durch eigene Techniker – weltweit in über 50 Ländern. Optional Wartungsvertrag und Ersatzteilversorgung über die gesamte Lebensdauer.

FAQ / Q&A
HÄUFIGE FRAGEN ZUR HUBACHSE

01 Was ist der Unterschied zwischen Hubachse und Hubsäule?

Die Begriffe werden synonym verwendet. Hubachse betont die geführte Achse als Konstruktionselement, Hubsäule die säulenartige Bauform. Beide beschreiben dieselbe Bauart: eine vertikale Linearachse mit pendelfreier Lastführung. Im Englischen verbreitet als „lifting axis" oder „lifting column".

02 Welche Lasten kann eine Hubachse bewegen?

Industrielle Hubachsen heben Lasten von 50 bis 1.200 kg. Elektropneumatische und vollelektrische Varianten erreichen bei Zeilhofer HHT bis 1.200 kg, pneumatische Hubachsen bis 800 kg. Für leichte Anwendungen unter 100 kg gibt es kompakte Mini-Hubachsen mit Akku-Betrieb.

03 Hubachse oder Gelenkarm-Manipulator – was ist besser?

Die Hubachse ist die richtige Wahl, wenn Lasten überwiegend vertikal bewegt werden. Der Gelenkarm-Manipulator ist überlegen, wenn zusätzliche Schwenkbewegungen und ein großer Arbeitsradius nötig sind. Bei Kombination beider Bewegungen empfiehlt sich die Hubachse ZH90 Flex-Arm, die lineare Hubbewegung und schwenkbaren Gelenkarm vereint.

04 Welche Antriebsarten gibt es bei Hubachsen?

Pneumatik ist Standard – wartungsarm und zuverlässig. Elektropneumatische Hubachsen bieten programmierbare Bewegungsabläufe und SPS-Schnittstellen für Automation. Vollelektrische Hubachsen sind ideal für Reinraum, Lebensmittel und Pharma, wo Druckluft vermieden werden soll.

05 Ist eine Hubachse prüfpflichtig?

Ja. Hubachsen unterliegen der jährlichen UVV-Prüfung nach DGUV Vorschrift 54. Die Prüfung muss von einer befähigten Person durchgeführt und dokumentiert werden. Mehr dazu im Ratgeber UVV-Prüfung für Hebehilfen

06 Was kostet eine industrielle Hubachse?

Pneumatische Hubachsen kosten zwischen 35.000 und 80.000 Euro je nach Tragfähigkeit, Hubweg und Lastaufnehmer. Vollelektrische Varianten liegen 20 bis 30 Prozent darüber. Detaillierte Preisstruktur im Ratgeber Was kostet ein Industriemanipulator.

07 Wo werden Zeilhofer-Hubachsen hergestellt?

Konstruktion und Fertigung erfolgen in Holzkirchen, Deutschland. Lieferung weltweit in über 50 Länder. Alle Hubachsen sind CE-konform nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und ISO 9001 zertifiziert. Zusätzlich TISAX Level 2 mit Prototypenschutz.

BEGRIFFE
SYNONYME UND VERWANDTE BEGRIFFE

Die Hubachse wird im technischen Sprachgebrauch auch bezeichnet als Hubsäule, vertikale Linearachse, pneumatische Hubachse, elektrische Hubachse, Linearhubachse oder einfach Z-Achse. Eine spezielle Kombinationsform aus Hubachse und Gelenkarm-Manipulator ist die Hubachse ZH90 Flex-Arm.

Verwandte Bauarten sind der Gelenkarm-Manipulator (schwenkbar statt linear), der Seil-Manipulator (Lastführung am Seil) und der Hebelift ZH (mobil statt stationär). Im englischsprachigen Raum verbreitet als lifting axis, lifting column, vertical lift axis oder linear lift axis.

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IHRE INDIVIDUELLE HUBACHSE

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