Handling-Lexikon: Begriffe der Handhabungstechnik von A bis Z
- Zeilhofer HHT
- vor 2 Tagen
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Aktualisiert: vor 1 Tag
Das Handling-Lexikon von Zeilhofer erklärt die wichtigsten Begriffe rund um Handhabungstechnik, Manipulatoren und Hebehilfen – kompakt, herstellerneutral und auf den Punkt. Von Balancer über Leitmerkmalmethode bis Vakuumheber.

Systeme und Bauarten
Manipulator
Ein Manipulator ist ein geführtes Handhabungsgerät, das das Gewicht einer Last aufnimmt, sodass der Werker sie kraftarm, pendelfrei und präzise bewegt. Anders als ein Kran trägt er die Last über eine starre, gelenkige Mechanik.
Industriemanipulator
Manipulator für den industriellen Dauereinsatz, ausgelegt auf Tragfähigkeit, Taktzeit und Prozesssicherheit – je nach Bauart bis 800 kg und mehr.
Gelenkarm- / Knickarm-Manipulator
Manipulator mit gelenkigem Arm, der Lasten frei im Raum positioniert. Robust und präzise für das Fügen schwerer Bauteile. Mehr zum Gelenk-Manipulator.
Parallelogramm-Manipulator
Bauart, deren Parallelogramm-Mechanik die Last bei jeder Bewegung waagerecht hält – ideal für kippsicheres Handling. Mehr dazu: Was ist ein Parallelogramm-Manipulator.
Seil-Manipulator
Leichtbau-Manipulator, der die Last über Seile feinfühlig führt – schnell und flexibel für leichtere Lasten. Mehr zum Seil-Manipulator.
Hubachse
Lineare Lastführung mit Aluminium-Profil, die schwere Lasten rein vertikal und pendelfrei hebt – bis 1.200 kg. Mehr dazu: Was ist eine Hubachse.
Balancer / Seilbalancer
Hebegerät, das die Last über einen Seilzug nahezu schwerelos in der Schwebe hält, sodass sie sich von Hand führen lässt. Mehr dazu: Was ist ein Seilbalancer.
Hebelift / mobiler Lifter
Mobile, oft akkubetriebene Hebehilfe, die ohne Druckluft auskommt und an wechselnden Arbeitsplätzen einsetzbar ist. Mehr zum Hebelift ZH.
Säulenschwenkkran
Kransystem mit drehbarem Ausleger an einer Säule; dient als Trägerstruktur, übernimmt aber keine pendelfreie Lastführung wie ein Manipulator.
Kettenzug
Hebezeug zum reinen vertikalen Heben; im Vergleich zum Manipulator ohne präzise Führung. Vergleich: Manipulator, Kran oder Kettenzug.
Lastaufnahme und Greiftechnik (Handling-Lexikon)
Greifer / Lastaufnahmemittel
Das Bauteil, das die Last mechanisch fasst – zum Beispiel Klemm-, Form- oder Magnetgreifer, individuell auf die Geometrie ausgelegt.
Vakuumheber / Saugheber
Hebegerät, das Lasten über Unterdruck aufnimmt – schonend für glatte und empfindliche Oberflächen. Mehr dazu: Was ist eine Saugvorrichtung.
Saugvorrichtung / Vakuumgreifer
Die lastseitige Aufnahme eines Vakuumsystems, die per Vakuum am Bauteil haftet und an Manipulator oder Hubachse sitzt.
Flächensauger
Großflächige Saugplatte, die die Haltekraft gleichmäßig verteilt – für Platten, Bleche und Glas.
Vakuum-Schlauchheber
Vakuumheber mit Hubschlauch, bei dem Heben und Halten über denselben Luftstrom gesteuert werden.
Funktion und Technik
Pendelfreies Handling
Lastführung ohne Nachschwingen – der Werker positioniert das Bauteil zentimetergenau, ohne gegensteuern zu müssen.
Tragfähigkeit / Traglast
Die maximale Last, die ein System sicher aufnimmt; bei Zeilhofer je nach System von 70 bis 1.200 kg.
Arbeitsradius
Der horizontale Aktionsbereich eines Manipulators um seinen Drehpunkt.
Antrieb: pneumatisch oder elektrisch
Manipulatoren arbeiten pneumatisch, elektropneumatisch oder vollelektrisch – jede Variante hat eigene Stärken. Vergleich: Pneumatisch oder elektrisch heben.
Ergonomie und Arbeitsschutz
Hebehilfe
Oberbegriff für technische Systeme, die manuelles Heben ersetzen oder entlasten – vom Manipulator bis zum Vakuumheber. Überblick: Ratgeber Hebehilfen.
Lastenhandhabungsverordnung (Lasthandhabung)
Deutsche Verordnung, die Arbeitgeber verpflichtet, gesundheitsgefährdendes manuelles Heben zu vermeiden oder zu reduzieren.
Leitmerkmalmethode (LMM)
Verfahren der BAuA zur Bewertung der körperlichen Belastung beim manuellen Lastenhandling. Mehr dazu: Ergonomie am Montagearbeitsplatz.
UVV-Prüfung / DGUV Vorschrift 54
Vorgeschriebene jährliche Sicherheitsprüfung für Hebehilfen und Krananlagen. Mehr dazu: UVV-Prüfung für Hebehilfen.
Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSD)
Häufigste arbeitsbedingte Erkrankungen; ein zentraler Grund für den Einsatz ergonomischer Hebehilfen.
Praxisbeispiele
Wie greifen diese Begriffe in der Praxis ineinander? Drei typische Beispiele aus dem Zeilhofer-Alltag:
Glashandling: Ein Gelenk-Manipulator mit Vakuum-Flächensauger nimmt eine 120 kg schwere Glasscheibe pendelfrei auf und führt sie millimetergenau in die Fassade – ohne mechanischen Druck auf die empfindliche Oberfläche.
Schwerlast in der Gießerei: Eine Hubachse ZH90 hebt einen 900 kg schweren Formkasten rein vertikal und stoßfrei, während der Werker ihn am Bediengriff feinfühlig positioniert.
Mobile Montage: Ein akkubetriebener Hebelift ZH bringt Bauteile bis 100 kg ohne Druckluftanschluss an wechselnde Arbeitsplätze – ideal in der Kommissionierung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Manipulator und Kran?
Ein Kran hebt eine Last frei pendelnd vertikal. Ein Manipulator führt sie über eine starre, gelenkige Mechanik pendelfrei und positioniert sie präzise – inklusive Drehen, Kippen und Fügen. Mehr im Vergleich Manipulator, Kran oder Kettenzug.
Welche Hebehilfe eignet sich für welche Last?
Für vertikale Schwerlast bis 1.200 kg die Hubachse, für Bewegungen im Raum der Gelenk-Manipulator, für leichte, schnelle Lasten der Seil-Manipulator, für druckluftfreie mobile Anwendungen der Hebelift. Überblick im Ratgeber Hebehilfen.
Was kostet ein Manipulator?
Je nach Tragfähigkeit, Antrieb und Greifer meist zwischen 8.000 und 80.000 Euro. Details im Beitrag Was kostet ein Manipulator?.
Ab welchem Gewicht ist eine Hebehilfe sinnvoll?
Sobald die Leitmerkmalmethode ein hohes Risiko ergibt – als Richtwert ab etwa 25 kg (Männer) bzw. 15 kg (Frauen) oder bei hoher Hebefrequenz. Mehr unter Wie viel kg darf man heben?.
Pneumatisch oder elektrisch – was ist besser?
Es gibt keinen pauschalen Sieger: Ohne Druckluft oder für mobile, hygienische Anwendungen ist elektrisch im Vorteil, für feinfühliges Balancieren mit Druckluft oft pneumatisch. Vergleich im Ratgeber Antrieb.
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